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Statistisches Bundesamt: Deutsche Wirtschaft in Q3 0,50 % geschrumpft
Das Statistische Bundesamt teilte heute morgen mit, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im dritten Quartal um 0,5 % gesunken ist. Wie erwartet ist die Deutsche Wirtschaft geschrumpft. Während privater und öffentlicher Konsum positiv wirkten und damit die Wirtschaft stützten, wirkten sich gestiegene Importe und die gesunkenen Exporte negativ aus. Preisbereinigt ergab sich für das dritte Quartal im Vergleich zum Vorjahr noch ein Anstieg von 1,3 % der Wirtschaftsleistung.
Das von den"fünf Weisen" veröffentlichte Herbstgutachten prophezeit auch eine Schrumpfung / Stagnation der Deutschen Wirtschaft im Jahr 2009, verbunden mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Allerdings sehen die Institute des Sachverständigenrates auch erhebliche Unsicherheiten bei den eigenen Erwartungen. Die Experten forderten zudem weitergehende konjunkturfördernde Maßnahmen und sehen noch Zinssenkungsspielraum.
Die Bank of England kündigte diese Woche im Rahmen der Vorstellung ihres Vierteljahresberichts zur Inflation weitere Zinssenkungen an. In Groß Britannien hatte die Schrumpfung der Wirtschaft bereits die Arbeitslosenzahl auf ein Acht-Jahres-Hoch steigen lassen.
Kommentar: Ring frei - mit Realismus
Der Sachverständigenrat hat in seinem Herbstgutachten die Situation beschrieben. Erstaunlich dabei ist aus meiner Sicht die enorme mediale Reaktion, die schwerwiegende Wirkung des Wortes "Rezession" (immerhin definitorisch zumeist korrekt, aber auf eine Zahl angewendet). Es scheint, dass aktuelle Situation jetzt nun auch - zumindest ansatzweise - in den Köpfen angekommen ist. Ansatzweise, weil immer nur Teilinformationen eines komplexen Themas kommuniziert werden können. Volkswirtschaftswirtschaftliche Gesamtrechnung ist noch immer modelliert, und damit weder ganz genau noch up to date. Die Realwirtschaft wird entsprechend der Erwartungen der Sachverständigen im kommenden Jahr bestenfalls stagnieren. In den aktuell niedrig verankerten Inflationserwartungen sehen sie auch die Basis für Zinssenkungen. Zugleich fordern sie eine stärkere Konjunkturförderung durch die Bundesregierung.
Tatsächlich haben sich die Rahmendaten innerhalb der letzten Wochen und Monate in Bezug auf zwei Aspekte erheblich verändert: Die Erwartungen des Gro&sz;teils der Menschen haben sich angepasst. Niemand geht mehr davon aus, dass die Krise in drei oder vier Wochen vorüber sein wird. Dann kann es demnächst in den Köpfen der Menschen vorwärts gehen. Zweitens ist die Akzeptanz höherer Staatsausgaben rund um den Globus gewachsen, ja sogar gefordert. Also wird auch mehr ausgegeben. Die Staaten gehen zwar qualitativ unterschiedlich zu Werke, aber sie geben mehr aus.
Zugleich - und das hat sich innerhalb der letzten Wochen erwartungsgemäß verstärkt - wird Papiergeld immer weiter verbilligt. Und warum sollte Europa nicht von Amerikanern und auch von Chinesen lernen und die eigene Währung verbilligen. Erstere verbilligen ihre Währung immer weiter, sogar ein Negativ-Zins wurde dort bereits diskutiert, letzere haben jahrelang die eigene Währung künstlich billig gehalten, um das eigene Wachstum nicht zu gefährden.
Noch immer, und das meine ich mit Realismus, ist die Realwirtschaft der Motor. Das Ziel von Notenbanken, Banken und Regierungen in der Euro-Zone muss die europäische Realwirtschaft sein, auch im zunehmenden Wettstreit mit anderen Wirtschaftsregionen.
Zwei Fragen bleiben dann zumindest für jetzt und für später: Wie lange kann die Realwirtschaft mit schwachen Währungen auskommen, ohne unter erheblichen Preissteigerungen leiden zu müssen? Und wann nutzt der Handel erstmals wieder Währungen, an denen man sich sprichwörtlich die Zähne ausbeissen kann?
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