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Liebe Silber-Investoren,
heute habe ich Grund, dreimal ein Dankeschön auszusprechen: Mein erster Dank gilt Ihnen, für Ihr Interesse, Ihre Treue und auch
für jede Frage, Anregung und auch jede Kritik, die ich erhalte. Mein zweiter Dank gilt natürlich auch den Händlern, die Teil
meiner Vergleiche sind. Mein dritter Dank gilt an dieser Stelle unserem Finanzminister für die Aussage, die ich vor zwei Tagen in den
Medien gelesen habe.
Ich habe die letzten Tage damit verbracht, meine Erwartungen zu überprüfen und dafür einen kleinen Berg Papier gewälzt. Ich muss nämlich zugeben, dass mich die Aussagen dreier US-amerikanischer Großbanken und auch die Aussagen von Mr. Bernanke auf dem falschen Fuß erwischt haben. Ich war sogar gewillt zu glauben, dass alles sogar kurzfristig besser wird. Leider wird es das nicht. Im Nachhinein stellen sich die Aussagen der Großbanken, wieder Gewinn zu machen, zunächst einmal als Zahlenspiel heraus. Ich habe
gelesen, dass die Gewinne auf Buchgewinnen basieren. Sie sind also kein Zeichen einer Besserung der
Geschäftstätigkeit sondern Bilanzkosmetik. Und die Aussagen in den Medien zu schlechten Prognosen für März, die Schätzungen der OECD,
Informationen zu einer zunehmend schwieriger werdenden Finanzierungssituation in Deutschland wie auch die Aussage des US-Amerikanischen
Finanzministers, dass weitere Finanzhilfen notwendig sein werden, kommen der Realität sehr viel näher.
Die negativen Erwartungen aller Wirtschaftsteilnehmer führen zu einer rapiden Kontraktion, verbunden mit einem erstarrten Finanzsektor.
Das Vorgehen der FED, der Bank of England aber auch der Bank of Japan sind folgerichtig und konsequent. Sie dienen in der Hauptsache zwei
Zielen: Der Sicherung der Absetzbarkeit staatlicher Schuldtitel und der direkteren Infusion der Realwirtschaft mit Liquidität. Ich habe
gestern im Handelsblatt einen Beitrag unter dem Titel "Die Lehren aus 1929" gelesen, den ich Ihnen nur ans Herz legen kann. Denn dieser
Beitrag ist für die kommende Zukunft bezeichnend. Ebenso bezeichnend, dafür das oben aufgeführte dritte Dankeschön, ist
die Aussage von Peer Steinbrück, dass Staatsanleihen "vielleicht eines Tages keine Investoren mehr finden". Das ist eine Aussage, wie
man sie von einem Politiker erwartet. Danke. Dabei ist der Markt bereits jetzt schon zu eng, denn nach Medienberichten kam es sowohl bei
britischen als auch bei deutschen Auktionen zu Problemen, wenn auch nur bei der britischen Auktion in der vergangenen Woche erstmals seit
langer Zeit keine vollständige Abnahme erfolgte. In diesem Zusammenhang wäre es weder verwunderlich, wenn die VR China ihre
Bemühungen, unabhängig vom Dollar zu werden, in der Zukunft ausbaut, noch wäre es verwunderlich, wenn die EZB ebenfalls damit
beginnen würde, Anleihen zu kaufen. Allein schon aus dem Grund, dass durch immer schnelleren Kontraktionsprozess der Volkswirtschaften
die Staatsdefizite selbst ohne weitere Ausgaben neue Sphären erreichen. Und neue Ausgaben werden notwendig sein. Vorgestern war in einer
Reuters Meldung übrigens folgendes zu lesen: "Die Weltbank empfiehlt der Regierung (Anm.d.R.: Russlands), die Sozialausgaben drastisch
zu erhöhen, um Unruhen zu verhindern. 'Die soziale Lage hat sich so rapide und unerwartet verschlechtert, dass die Krisenpolitik
stärker auf die Bevölkerung ausgerichtet werden muss.'"
An dieser Stelle noch etwas zum Thema Silber:
Ich persönlich glaube, dass die Zeit für einen neuen Edelmetallstandard in diesem Jahr noch nicht reif ist. Aber das sollte auch keine Rolle bei Ihrer Investitionsentscheidung spielen. Viel erheblicher sollten zwei Faktoren sein: Werterhalt und Vermögensschutz. Die Zeichen stehen auf Sturm, verbunden mit einer Radikalisierung der schon jetzt auftretenden Verteilungskämpfe. Vor allem aber, behalten Sie Ihre Flexibilität. Was Silber im besonderen betrifft: Ich teile die Meinung, dass Silber ein dauerhaft hohes Potenzial hat, aber ich bin der Meinung, dass Sie sowohl in den Büchern zu diesem Edelmetall als auch auf anderen themenverwandten Portalen wie beispielsweise silber.de wirklich ausreichende Informationen dazu finden. Daneben vielleicht nur noch einen kurzen Snapshot aus dem Handelssektor. Ich habe heute Morgen erfahren, dass mittlerweile auch die Lieferungen aus Mexiko nur noch per Zuteilung erfolgen. Die Kilomünzen werden zur Zeit
aufgrund mangelnder Kapazitäten nicht produziert. Gleiches gilt für australische 10-Unzen-Münzen und die 1-Unzen-Variante des
2009er Kookaburra. Für erstere sind mangelnde Kapazitäten Ursache, für letztere, dass das Produktionskontingent bereits
erschöpft ist. Laut meiner Informationen prägt die Perth Mint daher zur Zeit 1-Unzen-Kookaburra des Jahrgangs 2007.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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