| Neue alte Wirtschaftspolitik: Unbegrenzte Mengen von Geld gegen eine Aufwertung - Produziere im Inland! Kauf im Inland!
Kommentar: Unbegrenzte Mengen Sicherlich werden Sie es mir verzeihen, wenn wir heute nicht wieder über Milliarden-Verluste, nicht wieder über schlechte Konjunkturprognosen, nicht wieder über finanzielle Care-Pakete in Milliarden-Höhe berichten. Wir möchten auch nicht davon berichten, dass Paul Volcker vor einem Dollar-Crash gewarnt hat. Und auch nicht von stark steigenden Preisen für Anlagesilber, was Sie ja selbst sehen können. Heute möchte ich Sie auf zwei Dinge aufmerksam machen, die nachhaltig die aktuelle und weitere Entwicklung zeichnen, vor der Sie als Wirtschaftsteilnehmer(in), als Investor(in) und als Mensch stehen: Dem Rückgang der Globalisierung und der beschleunigten Geldentwertung. Beides globale Probleme. Es ist nur menschlich, wenn in Zeiten der Not die Vorsorge lebenswichtig ist, doch was für Sie gilt, gilt auch für den Staat, damit auch für einen Regierungsvertreter. Und die Arbeitslosen im eigenen Land sind für uns alle bedeutsamer als die Arbeitslosen im Ausland. So ist es verständlich, dass in den USA ein "buy american" als Gegenleistung für staatliche Hilfe diskutiert wird, ein Französischer Staatspräsident die Globalisierung in der Produktion aufgehoben sehen möchte, Staaten Exporteure / Unternehmen / Banken mit steuerlichen Erleichterungen, Schlüsselbranchen weltweit mit öffentlichem Konsum, Mitteln wie "Abwrackprämien", staatlichen Garantien oder Privatpersonen mit Einmalzahlungen unterstützen, dann natürlich auch immer mit dem Ziel, die Arbeitsplätze im eigenen Land zu unterstützen. Das ist, aus meiner Sicht normal, und mit jedem Tag der Not, Quimondas Insolvanz ist dabei ebenso wie die der US-Amerikanischen Curcuit City ein Beispiel, steigt der Zwang eigene Arbeitsplätze zu sichern. Politiker, Konzernchefs und Lobbyisten können Globalisierung und offene Märkte anmahmen, doch können sie auch Arbeitsplätze im Ausland im gleichen Maße wie im Inland sichern? Merkantilistisch - und ich bin froh, dass ich nicht der erste bin, der das schreibt, ist eine Eigenschaft der Wirtschaftspolitik auch der bisherigen Importnationen in der Zukunft. Es gilt also nicht mehr, diese zu verhindern, sondern sich anzupassen.
Merkantilistisch ist aber auch bereits die Geldpolitik. Und aus meiner Sicht kam, zumindest verbal, die ehrlichste Aussage aus der Schweiz, vormals dem Hort der härtesten Währung der Welt: Dort erklärte der Vizepräsident der Nationalbank diese Woche, dass man über die Möglichkeit nachdenke, "unbegrenzte Mengen" der eigenen Währung auf den Markt zu werfen, um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern oder um gar eine Abwertung zu erreichen. Die Inflationierung der Geldmenge ist ein globales Problem geworden, dass vor keinem Land mehr haltmacht. Und die weiter steigenden Preise für Silbermünzen und -barren sind Vorboten.
Max Otte schrieb in seinem Buch "Der Crash kommt", dass ein neues Zeitalter anbricht, die wirtschaftliche Macht auf der Welt neu verteilt wird. Und die Mittel der Staaten werden - wie man jeden Tag lesen, hören oder sehen kann - rauher. Menschlich berechtigt, verständlich - und gut fürs Silber.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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