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Silber-Investor Nachrichten - Details
>> 18.04.2009 |Silber-Aktuelles - Kommentar: Silber-Streif am Horizont


Liebe Silber-Investoren,
ich möchte Ihnen nicht davon schreiben, dass auch ich Anzeichen einer kommenden Erholung in 2009, 2010 oder 2011 sehe. Aus meiner Sicht bedeutet die Verringerung der Fallgeschwindigkeit, wenn man das global überhaupt so bezeichnen darf, nicht automatisch eine in kürze erfolgende Landung, noch dazu eine halbwegs weiche Landung.

In der aktuellen Situation liebäugele ich mit dem Standpunkt des DIW, für das kommende Jahr keine Prognose abzugeben.

Daten, Aussagen und Handlungen von Marktteilnehmern, Medien und Institutionen sind differenziert, die Richtung fasert ein wenig auseinander. Und auch die letzten Quartalsmeldungen von Wells Fargo, JP Morgan Chase ...,Goldman Sachs und Citigroup sind gut für eine Party in den USA. Aber bitte nur in den USA, denn dort gelten keine europäischen Verhältnisse. Die Zahlen haben auch bei mir die emotionale Wirkung nicht verfehlt. Wie schön wäre ein absehbares Ende der Unsicherheit über die Zukunft, die Neuauflage des American Dream, wo ein Mensch Erfolg haben und allein durch die Börse ein Vermögen machen kann ...
Nur leider haben die Meldungen alle einen kleinen Makel. Eine der Banken warnt schon jetzt vor der nächsten Berichtigungszunami, eine Bank läßt einen Verlustmonat unter den Tisch fallen, eine Bank braucht ein Hilfskonstrukt, um einen Gewinn anzeigen zu können und die letzte der vier Banken entnimmt ihr Wasser ausgerechnet aus einem Fluss, der trotz Regierungshilfe nach Angaben der MBA aktuell wieder auszutrocknen beginnt. Darüber hinaus haben die Käufe des FED in 2008 die Ergebnisse erheblich mit verbessert, sicherlich nicht ungewollt, und seit diesem Monat ist in der Bilanz einer US-amerikanischen Bank ohnehin fast alles möglich.

Und daneben: In den USA sind allein in diesem Jahr 23 Banken zusammengebrochen, und auf der Liste der Pleitekandidaten der FDIC stehen wohl noch rund weitere 250, die wackeln und nicht zaubern können.
Keine der Nachrichten in den vergangenen Wochen, von Woolworth, Arcandor, den Voraussagen des IWF oder der OECD, den Ergebnissen des Gipfels, dem fortdauernden Protektionismus, zunehmender Radikalisierung, Verarmung, dem Abwertungswettlauf der Währungen oder der rapide zunehmende Arbeitslosigkeit, rechtfertigt einen sorglosen Umgang mit der aktuellen Situation. Barack Obama hat in einem Punkt durchaus Recht, denn das gilt immer für alle: Wir werden diese Krise meistern. Daran glaube ich auch. Aber die Krise ist noch nicht vorbei.

Zunehmend hat sich auch der Tenor der Berichterstattung in den Medien geändert. Dort hält sich - bis auf wenige Ausnahmen - die Tendenz dazu, toxische Wertpapiere nicht mehr sachlich, sondern buchhalterisch zu betrachten. Doch noch immer sind diese Papiere, der Name spielt eigentlich keine Rolle, nicht werthaltig, sie sind keine Aktivposten und im Gegensatz zu Zarenanleihen auch nichts, auf das man auf Kosten der Steuerzahler einen Scheck ziehen oder geben sollte.

Am gefährlichsten empfinde ich aber die sich hartnäckig haltende Ansicht, die Bankbilanzen müssten gesäubert werden, um eine ausgeweitete Kreditvergabe zu ermöglichen. Das funktioniert bisher weder in den USA, noch in Großbritannien, noch in Japan. Und im Verantwortungskollektiv Japan sollte es doch wenigstens funktionieren. Aber selbst dort hat die Notenbank von der weiter erschwerten Kreditvergabe der Banken berichtet.

Um den Punkt zu verdeutlichen: Mit Ihrem Wissen um die aktuelle wirtschaftliche Lage und die nahe Zukunft. Würden Sie (nicht vergessen, Sie haben viele Aktionäre, viele Mitarbeiter und die Presse schaut Ihnen jeden Tag auf die Finger, um Sie zu feiern oder zu federn) jetzt, selbst ohne toxic waste, ihre Kreditvergabe um 20 % bis 50 % ausweiten oder die Konditionen massiv erleichtern?

Lediglich die Volksrepublik China ist aktuell in der Lage, die Kreditvergabe relevant auszuweiten, was meines Wissens auch erfolgt.

Es ist also kaum verwunderlich, dass Staaten und Zentralbanken die Schecks ausgeben. Zinssenkungen, Konjunkturprogramme und frisches Geld. Die letzten Zinssenkungen gab es in diesem Monat nach meinen Informationen in Europa, Australien und der Türkei. Direkte Währungsabwertungen sind zwar noch selten, aber wieder im Kommen. Neuerliche Konjunkturprogramme und Subventionen werden uns auch weiterhin, sicherlich über dieses, das nächste und auch im übernächsten Jahr begleiten. Und neue Devisen gibt es aktuell in Großbritannien, in den USA, in Japan und auch in der Schweiz. Und über das "who-owes-you-nothing-when"-money des IWF auch in der Eurozone. (Die EZB und die Bundesbank werden gekocht haben ;-) )

Zum Thema:
Die letzten Ausführungen sind nicht dazu geeignet, den Titel dieses Beitrages zu untermauern. Aber ich habe am 15. dieses Monats einen Blick in eine mögliche Zukunft getan. An diesem Tag fand ich bei goldseiten.de eine Überschrift, die zumindest dafür gereicht hat, den Titel anzuklicken und auf meine "zu lesen"-Liste zu setzen. Der Titel lautet "Neuer Vorschlag für Weltwährung: Digitales Gold".

Es handelt sich um einen Bericht über ein Interview der RIA Novosti (RIA = "Russian News & Informationen Agency") mit Benn Steil. Dieser wurde mit folgenden Worten zitiert:

"Die Regierungen, die Geld drucken und die Geldemissionen regulieren dürfen, manipulieren ständig damit." und

"Die Krise und Instabilität im Finanzbereich peitschen das Misstrauen gegenüber Währungen an. Die Tatsache, dass Menschen zunehmend in Gold investieren, wirkt durchaus natürlich."

Darüber hinaus wird Steil mit der Ansicht wieder gegeben, dass das 'Digital-Gold' den Dollar gegen den Willen der Regierungen und in erster Linie der USA-Administration verdrängen wird, die eine Erweiterung des Digital-Gold-Umsatzes mit rechtlichen Mitteln verhindern würden. Laut Nachrichtenagentur bezeichnete Steils die Umstellung auf Digital-Gold als die wichtigste Weltwährung als ein mögliches Szenario, wenn das US-Finanzministerium nicht mehr verantwortungsvoll handeln und das Vertrauen gegenüber dem Dollar nicht wieder herstellen würde.

Das Interview erfolgt wohl im Zuge der PR für ein Buch von Steils, das ich nicht kenne und für diesen Beitrag auch keine Rolle spielt. Die Aussagen sind in der aktuellen Situation weder etwas besonderes, noch sind sie sehr neu. Was mich dazu veranlaßt, ausgerechnet über diesen Artikel zu schreiben, ist Steils Funktion. Benn Steil ist "Senior Fellow and Director of International Economics" beim Council for foreign Relations.

Das angesprochene mögliche Szenario hat als Voraussetzung den weiteren Zerfall des Dollars und weiterer konkurrierenden Währungen wie des Pfund, des Euro, des Yen und auch den des Schweizer Franken, eine weitgehende Monopolisierung der Goldbestände und Online-Banking. Vor allem hat es als Voraussetzung einen akzeptierten Geldwert, freie Konvertierbarkeit und schlecht zu manipulierende Geldmengen. Und aus meiner Sicht ist das Szenario beachtenswert, weil es plausibel ist (sogar die Nicht-Erwähnung von Silber). Und für die beiden bedeutendsten Formen menschlichen Geldes ist es ein sprichwörtlicher Silberstreif am Horizont.

Noch eine Information in eigener Sache:
Ich habe in den letzten Tagen angefangen, auch Vergleiche zu Gold-Bullions aufzunehmen. Das ist kein Zeichen für eine veränderte Einstellung zu Silber. Ich reagiere damit auf eine Reihe von Anfragen und halte es auch für mich für praktisch. Der Aufbau der Vergleiche erfolgt sukzessive und wird durch in einem zweiten Schritt durch einen zweiten Navigations-Bereich auch praktischer und wieder übersichtlicher.

Mit besten Grüßen
Hansgeorg Schuster

Anmerkungen & Kommentare an: redaktion@silber-investor.de

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>> 1 oz Silver Eagle29,45 €
>> 1 oz Maple Leaf29,10 €
>> 1 oz Koala34,33 €
>> 1 oz Kookaburra32,50 €
>> 1 oz Britannia31,98 €
>> 1 oz Panda35,17 €
>> 1 oz Libertad28,70 €
>> 1 oz CookIslands29,17 €
>> 1 oz LunarIIDrache54,05 €
>> 1 oz Philharmoniker Gold1.357,00 €
>> 1 oz Maple Leaf Gold1.346,00 €
>> 1 oz Krügerrand Gold1.345,00 €
>> 1 oz Panda Gold1.383,86 €