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Liebe Silber-Investoren, diese Woche ist wieder einmal angefüllt mit schlechten Nachrichten. Wie heute berichtet wurde, sind allein im Dezember 2008 in den USA
598.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das US-amerikanische Haushaltsdefizit wird für das laufende Jahr auf 1,2 Billionen
US-Dollar geschätzt, der gesamte Finanzierungsbedarf wird auf 2,5 Billionen geschätzt. Japans Notenbank hat den Kauf von Aktien aus
den Portfolios der Banken im Umfang von 9 Milliarden Euro angekündigt, um weiteren Berichtigungsrisiken in den Bilanzen entgegenzuwirken.
Russland kündigte weitere Kapitalhilfen für seine Banken im Umfang von 11 Milliarden Dollar und Italiens Regierung kündigte
neben einer Abwrackprämie auch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Waschmaschinen, Kühlschränke und
Renovierungen an.
Nachdem vor wenigen Tagen Daten der EZB zur Entwicklung der Kreditvergabe in der Euro-Zone ein Schrumpfen des Volumens um mindestens 1 Milliarde Euro (Verzerrungen unberücksichtigt: - 47 Mrd. Euro) angezeigt haben, nimmt die Angst vor einer Verschärfung der Rezession zu. In den führenden Industrienationen, mit Ausnahme Chinas, nahm die Kreditvergabe in den vergangenen Monaten eher ab, Finanzhilfen und Appellen zum Trotz. Die negativen Erwartungen der Banken zur Entwicklung der Realwirtschaft wird zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Großbritanniens Notenbank senkte gestern daher erneut den Leitzins. Es steht zu erwarten, dass die Bank of England, wie ja schon Erwägung gezogen, ebenso wie die FED und die Bank of Japan anfangen wird, in großem Stil toxische Wertpapiere und Unternehmensanleihen zu kaufen, um den Bankensektor zu stützen und Liquidität in Umlauf zu bringen.
An dieser Stelle möchte ich Sie auf einen Gastkommentar von George Soros in der Financial Times Deutschland aufmerksam machen, den Sie,
falls Sie diesen noch nicht gelesen haben, hier finden: Georg Soros - Was vor
uns liegt
Stagflation - endlich kommt der Begriff wieder, nicht weil er erfreulich ist, sondern weil er helfen wird, zu handeln. Noch immer scheint in den Köpfen von Entscheidern und Politikern der Grundsatz vorzuherrschen, den ich - vergeben Sie mir das Zitat - vor einiger Zeit selbst zitierte: "weil nicht sein kann, was nicht sein darf". Nur so ist es meiner Ansicht nach zu erklären, dass Regierungen und Notenbanken auch jetzt so handeln, als wäre das System grundsätzlich in Ordnung. Aber, wie die Herren Leuschel und Vogt in ihrem Buch so treffend ausdrückten, hat in der Vergangenheit der Schwanz mit dem Hund gewedelt. Jetzt - als sehr bildliche Feststellung - klemmt der Schwanz den Hund ein.
Sie, als Investoren in Silber, Gold, Platin oder auch Palladium sind einen Schritt weiter. In Ihrer Betrachtung des "Systems" ist Geld nur ein Tauschmittel, das ebenfalls getauscht werden kann, wenn es nicht mehr funktioniert. Papier oder - digital - eine Abstraktion ohne eigenen Wert. Und in dieser Betrachtung ist das System tatsächlich grundsätzlich in Ordnung.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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