| Bernanke fordert "aggressiveres Vorgehen" +++ EZB überlegt direkte Geldmengenausweitung
Liebe Silber-Investoren,
trotz bisheriger Hilfen in Billionenhöhe geht die Krise im Finanzsektor in unverminderter Stärke weiter. Und daneben zieht sich auch die Realwirtschaft immer stärker zusammen. Informationen wie der 100 Milliarden-Verlust des Versicherungskonzerns AIG, der mittlerweile über eine halbe Milliarde Dollar am Tag verliert, sind ebenso katastrophal wie ein 25 Milliarden - Quartalsverlust von Fanny Mae oder die neuerliche Stützung der Citygroup mit 30 Milliarden US-Dollar, oder die benötigten Milliarden für die Stützung deutscher Banken. Vor allem aber: Die Auswirkungen der verschärften Kreditvergabe weltweit lähmen den Wirtschaftsprozeß. Großbritannien will daher seinen Kreditinstituten Risiken im Wert von bis zu 500 Milliarden Pfund abnehmen, gegen eine Kreditausweitung im Gegenzug. Sogar die EZB, von der heute eine Zinssenkung erwartet wird, überlegt direkte Möglichkeiten zur Geldmengenausweitung. Und um das alles noch ein wenig auf die Spitze zu treiben, forderte Ben Bernanke gestern mehr Aggressivität beim Umgang mit der Krise. Doch noch immer liegt der Blickwinkel, systembedingt auf dem Finanzsektor.
Eingeklemmt zwischen Beihilfe-, Wettbewerbsrechten, nationalen Interessen, zunehmender Unzufriedenheit in der Bevölkerung und einer synthetischen Währung bietet sich in Europa in der Politik ein Bild zunehmender Handlungsunfähigkeit, in der Realwirtschaft langsam ein Bild des Schreckens. Allein der Anstieg 700.000 Personen, für die bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt wurde, ist schlichtweg eine Katastrophe. Es ist an der Zeit, das auch in Deutschland der Blick auf die Menschen und ihre Arbeit, auf die Produktion gelegt wird. Die Initiative des Wirtschaftsfonds Deutschland ist dabei - zumindest aus meiner Sicht - der richtige Weg, aber vor allem sollte er schnell und beherzt beschritten werden. Zumindest in diesem letzten Punkt kann man Ben Bernanke Recht geben.
Die Vergangenheit der USA von 1878 bis 1914 selbst hat gezeigt, dass die drastischsten Schwankungen in dem damals vorherrschenden Wirtschaftswachstum durch die Währungsunsicherheiten ausgelöst wurden.
Das die ungeheuren Geldmengen zu Inflation führen werden, wird auch von den europäischen Finanzministern nicht mehr ignoriert. Entsprechende
Äußerungen darüber, selbst wenn damit der Eindruck suggeriert werden sollte, die Lage sei unter Kontrolle, sind sehr positiv. Einerseits ist die Inflation unausweichlich und zweitens alternativenlos.
Insofern gebietet die aktuelle Lage den Staaten eine schnelle Hilfe, frisches Geld, eine umfassende Neuverschuldung, sogar in ihrer Wirkung bisweilen zweifelhafte gigantische Konjunkturpakete. Einem Investor - aber auch dem Staat, wenn man die Regierung eines Volkes auch als strategischen Investor sehen möchte (Anm.d.A.: oder müsste) - gebietet die aktuelle Lage eine Vorsorge für die kommende Inflation und den Wachstumswettlauf nach der Krise. China bietet dafür aktuell ein exzellentes Beispiel. Und nicht nur China, auch Japan beginnt, einen Teil seiner in US-Anleihen gehaltenen Währungsreserven anders (Anm.d.A.: besser) einzusetzen. In beiden Staaten werden die Mittel in die Realwirtschaft und / oder in strategische Ressourcen fließen.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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