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Liebe Silber-Investoren,
normalerweise versuche ich Informationen zu finden und hier zu publizieren, die für Sie als Silber-Investoren und für Silber, sei es bezüglich
Preis, Absatz oder Angebot interessant sind, aber gestern hat es mir ein wenig die Sprache verschlagen und danach den Schlaf geraubt. Also
müssen Sie heute mit einem Kommentar Vorlieb nehmen. Verzeihen Sie.
500 Euro ausgeben dürfen - und müssen. Der erste Schritt, um den
Bargeldumlauf zu steigern und das Angstsparen zu verhindern. Mit neuem Geld oder (genauer) mit altem Geld in größerer Menge.
Was Sie
gerade erleben ist aus meiner Sicht die nächste große Spekulationsblase, eine politische. Viele Politiker, da bilden weder die USA,
noch China, noch Deutschland eine Ausnahme, kurbeln gerade medienwirksam Konjunkturprogramme an, deren Größe ebenso steigt wie die
Kurse mit Ihnen. Diese Krise, ihre Auswirkungen und die beschlossenen Maßnahmen ist eigentlich nichts besonderes. Lediglich zwei Faktoren
sind im Vergleich zur Vergangenheit herausragend: Erstens ist die Begleitung durch die Medien so schnell und weitreichend, dass die
Auswirkungen potenziert werden. Der Wettbewerb um die Gunst der Leser tut sein Übriges, denn schneller und sensationeller sein, heißt
auch erfolgreicher sein. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man diese Formel auf Medien oder auf die Politik anwendet. Heute habe ich
gelesen, dass die GfK ermittelte, dass die Krise in der Realwirtschaft angekommen ist, sich aber nicht auf die Konsumlaune niederschlägt.
Gestern machten die Erwartungen der Unternehmen, Arbeitsplätze abzubauen, negative Schlagzeilen. Beides Teile unserer Realwirtschaft, die
sich anpasst, damit wettbewerbsfähiger wird. Und unsere reale Welt ändert sich nicht innerhalb von Stunden oder Tagen, die Medienlage
schon.
Das, was Sie gerade auch erleben, sind die Auswirkungen eines "points of recognition", der mit Angst, Orientierungslosigkeit und
mit depressiven Erwartungen verbunden sind. In einer Stärke, die nur die Technologie erzeugen konnte, denn im Gegensatz zu Menschen sind die
Medien und Geld global.
Die zweite Besonderheit dieser Krise ist meines Erachtens aber die Verwendung der Begriffe "Finanzkrise" und
"Wirtschaftskrise". Sicherlich ist Ihnen wie mir klar, dass beides nur Folge der eigentlichen Krise sind, einer Währungskrise, welche, weil sie
die Leitwährung betrifft, den ganzen Globus erfassen muss. Dass mancher von uns diese Wahrheit schlecht annehmen kann (mich eingeschlossen),
ändert nichts daran.
Beide Faktoren sorgen in der Tat für viel Öl, dass die viele Politiker der Industriestaaten und Finanzzentren ins
Feuer schütten. Seien es 700 Milliarden für Steuererleichterungen und staatlichen Konsum in den USA, 23 Milliarden Groß Britannien, 15
weitere Milliarden als Konsumgeschenke-/aufträge in Deutschland, knapp 10 Milliarden in HongKong usw., sie alle bekämpfen die Symptome, nicht
die Ursache. Und natürlich beeinflussen sie die Börsen, einem in Spekulationszeiten wichtigem wirtschaftlichen Faktor für den Wohlstand eines
Landes insbesondere in den USA.
Wenn ich die Wahl hätte, ich wünschte mir den Scheck vor Weihnachten, glänzende Geschenke und damit eine
dauerhaft glänzendere Zukunft. Das wünsche ich Ihnen auch.
Mit besten Grüssen Hansgeorg Schuster
An dieser Stelle sei noch ein
Zitat aufgeführt, dass sicher viele von Ihnen schon einmal gelesen haben, immerhin stammt es aus berufenem Munde:
"But the process of
cure was misdiagnosed as the disease: ift shortage of bank reserves was causing a business decline - argued economic interventionists - why not
find a way of supplying increased reserves to the banks so they never need to be short! If banks can continue to loan money indefinitely- it
was claimed - there need never be any slumps in business. And so the Federal Reserve System was organized in 1913."
"Aber der
Heilungsprozess wurde fälschlicherweise als die Krankheit diagnostiziert: Wenn knappe Bankreserven einen Wirtschaftsabschwung auslösten,
argumentieren die Wirtschaftsinterventionisten, warum sollte man dann nicht einen Weg finden, um den Banken mehr Reserven zuzuführen, sodass
sie nie knapp sein müssen! Wenn Banken fortfahren können, endlos Geld zu verleihen, wurde behauptet, dann müssen keine wirtschaftlichen
Abschwünge mehr stattfinden. Und deshalb wurde im Jahr 1913 das US-Zentralbanksystem gegründet." (Alan Greenspan, entnommen aus "Das
Greenspan Dossier") Anmerkungen & Kommentare an: redaktion@silber-investor.de |