| Der Zwang zu Edelmetalldeckungen lässt andere Staaten auch nach dem Gold der Bundesbank greifen.
Sehr geehrte Silber-Investoren,
die zeitliche Vorhersage bedeutender Entwicklungen fällt in der heutigen Zeit schwerer denn je. Die letzten Meldungen mit einer großen Bedeutung - zumindest aus meiner Sicht - sind natürlich die überraschende Zinssenkung und die Gerüchte um das politische Verlangen nach den deutschen Goldreserven.
Ich möchte an dieser Stelle einmal einen gewagten Vergleich aufstellen - sicherlich ebenso streitbar wie plausibel:
Das System hat die Sicht der Welt gedreht, damit niemandem auffällt, dass es bereits mit dem Kopf nach unten baumelt. Und zwar an dem berühmten seidenen Faden.
Der wesentliche Kern der Lage ist, dass Staatsanleiehen schon sehr bald nur noch mit Sicherheiten Absatz finden werden, und zwar mit Edelmetallsicherheiten.
Damit aber niemandem dieses hochbrisante Problem (eigentlich handelt es sich um eine Lösung, nur scheint sie nicht bezahlbar für die Protagonisten) auffällt, möchte man die Goldreserven umwidmen und Richtung IWF/EFSF leiten, was aber nicht Deutschland sondern anderen Staaten zu gute käme. Mit den USA als einem der bedeutendsten und Griechenland als einem der unbedeutendsten Nutzniesser. An sich ein beeindruckender Schachzug. Und machen wir uns nichts vor: Frankreich wird nicht verzichten, die Chinesen sind unantastbar und GB hat nicht genug. Niemand weiss, wieviel noch in den Vereinigten Staaten übrig ist. Bleiben nur unsere Goldreserven.
Ich hatte das Aufkommen von Edelmetallsicherheiten eigentlich schon früher erwartet, daher habe ich davon Mitte 2009 geschrieben, aber Politik ist fiskalisch selten präventiv, und langfristige Entwicklungen lassen sich nur vage sehen.
Der Kreis schliesst sich. Gold und Silber waren, sind und bleiben Geld. Manchmal offen, aber immer hinter den Kulissen. Denn Medien, Politikern und vielen Experten zum Trotz erwarten diejenigen, welche den Staaten noch Geld leihen können, Sicherheiten. Das Vertrauen in die wohlmeinenden aber nicht verlässlichen Willensbekundungen aus der Politik haben Investoren zu Recht nicht mehr, haben sie in den vergangenen Jahren, Monaten und Wochen, ja Tagen ausschliesslich Beweise für das Gegenteil erhalten. Da macht auch die EZB mit ihrem neuen Chef keine Ausnahme.
Wenn unser Land sein Gold weggibt, wirft es die einzigen Perlen weg, die unserer Notenbank noch bleiben. Das sollte natürlich nie geschehen. Aber Sie können in jedem Fall klüger sein und auf das Wegwerfen Ihrer Perlen verzichten.
Mit besten Gruessen
Hansgeorg Schuster
Silber-Investor.de
P.S.: Bitte setzen Sie obiges "System" nicht mit Verschwörungstheorien in Verbindung. So ist es nicht gemeint. Ich glaube, Herr Stiglitz hat in der Vergangenheit einmal den Begriff des "kollektiven Irrtums" verwendet, der mir als Erklärung deutlich besser gefällt.
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