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Großhandelsumsätze und Verbraucherpreise November Das Statistische Bundesamtes schätzt aufgrund von Preidaten aus sechs Bundesländern, dass im November die Teuerung des
Verbraucherpreisindex vorläufig weiter leicht verringert, auf 1,9 % (nach 3,4 % im Oktober). Auch dieser weitere Rückgang der
Teuerung des Index wird auf die zurückgegangenen Mineralölpreise zurückgeführt. In diesem Zusammenhang sind auch die
Aussagen des Bundesbankpräsidentes Axel Weber in dieser Woche beachtenswert. Nach seinen Worten verwendet auch die EZB eine Deflation
nicht als Basis-Szenario, da die Gesamtteuerung durch einen statistischen Basiseffekt (durch die drastischen Preissteigerungen in 11 / 2007)
und die zurückgegangenen Mineralölpreise verzerrt wird. Insgesamt erwartet die Bundesbank im kommenden Jahr ebenfalls eine
zurückkehrende Erholung und weiter steigende Preise, die teilweise auch jetzt "moderat" steigen.
Im Großhandel hat sich der
Umsatz im Vergleich zum September nominal um 2,8 % und real um 1,1 % verringert, im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz
nominal um 3,9 % und real um 0,8 %. Von den 6 der Erhebung zugrundeliegenden Branchen konnten von September zum Oktober 2008 zwei nominal und
real steigende Umsätze verbuchen.
Unvermindert und leicht über der Erwartungen der Marktteilnehmer ist die Geldmenge der EZB
mit 8,7 Prozent gewachsen (nach 8,5 % im September). Im gleitenden 3-Monats-Durchschnitt wuchs M3 mit einer Jahresrate von
8,4.
Spanien mit eigenem Konjunkturprogramm Spanien hat nun ebenfalls ein Konjunkturprogramm angekündigt. Das Programm
soll einen Umfang von 11 Mrd. Euro haben und im kommenden Jahr bis zu 300.000 neue Stellen schaffen. Die neuen Stellen sollen über die
Förderung besonderer Infrastrukturprojekte geschaffen werden. Zudem will die Regierung der in Spanien kränkelnden
Automobil-Industrie mit bis zu 800 Millionen Euro helfen. Nach spanischen Angaben ist das angekündigte Konjunkturprogramm Teil des von
der EU geplanten Konjunkturprogramms im Gesamtwert von 200 Millionen Euro.
Kommentar: Anarchisch - Zeit um Europas Platz zu
kämpfen "Ökonomie ist immer politisch. Und die internationale Gesellschaft ist trotz all ihrer Institutionen letztlich eine
anarchistische, in der einzelne Nationen ihre Interessen durchzusetzen versuchen." Dieses Zitat stammt aus dem Buch "Der Crash kommt" von
Prof. Max Otte, das sicherlich bereits viele von Ihnen schon gelesen haben. Und tatsächlich, beinahe unbeachtet in deutschen Medien
findet außerhalb der Euro-Zone eine beachtlicher Wettlauf um die erfolgreichste Position in der Weltwirtschaft zwischen China und den
USA statt. Sicherlich stärken beide Nationen in ungeahnten Ausmaßen ihre Binnennachfrage, und stabilisieren damit auch die
Wirtschaften anderer Staaten. Doch zugleich positionieren sich die beiden Nationen in einem starken Wettbewerb um die Führungsrolle als
Exportnation. Ihre Werkzeuge sind internationale Finanzmärkte, Medien, Lieferantenkredite, Handelsabkommen und natürlich alle
anderen, nicht in unserer Wahrnehmung präsenten, Protektionsinstrumente. Vormacht im Welthandel bedeutet Reichtum, Beschäftigung
und sozialen Frieden. Aus meiner Sicht ist die Zeit der Globalisierung zunächst einmal vorbei, außerhalb Europas. Es ist an der
Zeit, um Europas Platz in der Weltwirtschaft zu kämpfen. Mittel wie die Senkung der Staatsquoten, zukunftsfähige Investitionen,
eine weitere Verbilligung des Euros im Vergleich zum US-Dollar und zum Renminbi werden mehr bewirken als staatliche Ausgabenprogramme und
eine Verstaatlichung von Schlüsselindustrien.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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