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Liebe Silber-Investoren,
eigentlich sollte die Überschrift dieses Kommentars "Bunte Götter" lauten. Der Name einer Ausstellung, die ich im Jahr 2009
besucht habe. Dies soll keine Werbung dafür werden, sondern nur ein Hinweis darauf, dass unser erlerntes und damit zu oft
selbstverständliches Wissen ein Bild ist, das sich andere oder wir uns machen. Eine farbenfroh rekonstruierte Darstellung einer
Marmorfigur hilft dabei. Und auch andere Fakten aus der Vergangenheit helfen, die eigenen Vorstellungen zu überdenken.
Zwei weitere beeindruckende Beispiele aus der Vergangenheit sind Tyros, dessen Gebäude in der Innenstadt höher als in Rom
gewesen sind (zumindest laut Zeitzeugen). Eine Ansammlung kleinerer Wolkenkratzer mit Höhen über 21 Metern (der römischen
Begrenzung) vor mehr als 2.000 Jahren. Das zweite Beispiel bietet mir zumindest das römische Reich vor 2.000 Jahren, das
eindrucksvoll belegte, dass unsere Zeit nicht das exklusive Recht auf große Zahlen hatte, denn Staatsausgaben summierten sich schon
zu Milliarden, es gab Millionenvermögen und Spekulation.
Das Bild von der damaligen Zeit, um bei meinem Gedanken zu bleiben, zeigt eine Depression am Ende des römischen Reiches, die eine
heftige Inflation zur Folge hatte und aufgrund der damaligen Einkommens- und Vermögensverteilung, der Wirtschaftsstruktur Roms und
der ausgeprägten elitären Staatsführung mit der heutigen Krise in den USA (vor allem) und Europa verglichen werden sollte.
Der Vergleich hiermit sollte den gleichen Stellenwert genießen wie der Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er
Jahren.
Damals wie heute wurde die Krise aus meiner Sicht durch eine Aushöhlung der Wirtschaftsstruktur des Kernlandes & der Real-
Preisdeflation der menschlichen Arbeit erzeugt, die zu einer enormen Vermögensakkumulation bei der Elite und Verarmung beim Rest
geführt hat. Damals wie heute profitierte das Kernland eine Weile von sinkenden Preisen im globalen Freihandel, war
Weltfinanzzentrum. Damals wie heute flossen Unmegen Geld ab, und damals wie heute gab es Mittel, die Krisensymptome durch Konsum-
Sponsoring und Zirkus nach hinten zu verschieben. Ebenso war die Elite an der Staatsspitze nicht in der Lage, dem Staat und seinen
einfachen Bürgern durch eine gerechte Fiskalpolitik zu helfen.
Die Situation in den USA ist meiner Meinung nach erheblich düsterer ist als in Europa. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind
dort ca. 10 Millionen Empfänger von Essensgutscheinen dazu gekommen. Aufschwung sieht anders aus, vor allem, wenn Sie
berücksichtigen, was Sie alles noch nicht wissen, denn wirklich verlässliche Zahlen kommen immer seltener aus den USA.
Verständlich. Vielleicht sieht das Bild Europas deshalb so schlecht aus? Wir vergleichen die Realität hier mit Wunschdenken und
Showbiz von dort.
Und natürlich verkaufen sich sogar deutsche Bundesanleihen schlechter, dafür sind Euro-Bonds auch keine Lösung. Sie sind
zusammen mit dem EFSF/ESM der offensichtliche Grund.
"Entscheidend ist: Das Geldangebot darf die nie die Geldnachfrage übersteigen. Das Publikum muß Geld immer als Mangelware
empfinden - niemals als überflüssig."
Wer eine Geldverschlechterung erwartet tauscht das Geld heute nicht in das Geld morgen. Ganz einfach. Ich bin mir sicher, dass das auch
wirklich allen Beteiligten klar geworden ist. Vielleicht ist es zudem gewüscht, die Deutsche Regierung endlich zu bewegen, zu
integrieren, Alternativlosigkeit zu demonstrieren. Die zeitliche Übereinstimmung zu den US-amerikanischen Zahlen ist ebenso
frappierend wie die Ankündigung des FED bzgl. ihrer Stresstests. Eine tolle Headline, die aus etwas Selbstverständlichem ewas
Ungeheures macht. PR aus meiner Sicht. Jede Elite beschützt sich und ihre Privilegien. Was ist mit unserer? Ich kann nicht erkennen,
in welcher Hinsicht die Regierung in Brüssel einen Fortschritt darstellt. Und selbst hierfür findet man ein Beispiel in Roms
Vergangenheit.
Abschließend noch zwei Buchtipps:
1. Caesar. Goldne Zeiten führt ich ein. Das Wirtschaftsimperium des
römischen Weltreiches von Prof. Wilhelm Hankel. Ein ganz wunderbarer Blick auf eine
ganz ähnliche Krise in der Vergangenheit. Und ein hilfreiches Werkzeug beim Blick auf die Krise heute.
2. Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve - Das
schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf
Auch als Nicht-Anhänger gängiger Macht-/Verschörungs-/Komplott-Theorien können Sie dieses Buch lesen, wenn Sie es
noch nicht getan haben. Ich habe es sehr spät gelesen, weil mich der Titel abschreckt, aber es finden sich viele Informationen und
auch Parallelen, die man kennen sollte.
Doch vornehmlich sei die Lektüre des ersten Buches empfohlen, aus dem auch das obige Zitat entnommen wurde.
Mit besten Gruessen
Hansgeorg Schuster
Silber-Investor.de
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