| Der Ausweg aus der politischen Einbahnstraße ist eine alte römische Sitte. Auch diese hielt nicht ewig, aber entscheidend länger. Interessiert?
"Welch niedrige Gesinnung, Armut als Entschuldigung anzuführen und eigne oder der Zeiten Widrigkeiten zu klagen! Welche Unverfrorenheit oder Unverschämtheit aber erst, die Garantie eines Eigentums zu verlangen, das in Wirklichkeit durch Schulden aufgezehrt ist."
Julius Caesars Worte sollten weniger Belehrung sein als das Maß, an dem wir unsere Haltung bezgl. staatlicher Schulden-Tragödien unserer Tage messen. Nicht nur die Gläubiger dürfen moralisch handeln, die Schuldner dürfen es auch.
Ich kann insbesondere in den letzten Tagen in Griechenland, das - wie wir auch alle wissen - nicht unverschuldet in diese Lage gekommen ist, genau jene Symptome erkennen, vor denen uns die zu Recht als sozialistisch bezeichneten (Noch-)Nicht-Regierungsorgane in Europa gewarnt haben: Stillstand, Chaos, Unruhen und Gewalt. Wenn also die Maßnahmen der schon beinahe allmächtigen Krisenretter im Zielland nichts bewirkt haben, warum machen sie dann genauso weiter?
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf einen Kommentar im Handelsblatt hinweisen, den ich heute gefunden habe: Die Euroretter brechen die letzten Tabus. (Es ist nicht der einzige gute Artikel rund um das Thema, insofern bleiben vergangene Empfehlungen von mir ebenfalls aktuell, aber für das Handelsblatt empfinde ich ihn zur Zeit als hervorragend.)
Und an dieser Stelle wünsche ich uns allen die römische Sitte zurück, nach der ein Sklave (!) einem Triumphator während des Triumphzuges daran erinnerte, nicht allmächtig sondern nur Mensch zu sein - als dauerhafte Einrichtung für europäische "Top-Politiker".
Eine der wesentlichen Lektionen der Vergangenheit ist, dass Gold und Silber niemals korrumpiert wurden, aber auch niemals immer mehr Macht sammeln konnten. Die Entwicklung in der EU zeigt zur Zeit leider in die andere Richtung. Europa ist ein Staatenbund, kein Bundesstaat. Nur die EU und EFSF/ESM sind Staat im Staate/Staatenbund. Und sie gieren nach Macht, endlich so dicht dran. Ich bin wahrlich kein Nationalist, aber ich liebe dieses Land und seine Menschen. Und Brüssel ist für mich leider sehr weit weg. Genauso weit, wie ich für Brüssel.
Und deshalb: Tausend Dank an all Jene, die in den letzten Tagen, Wochen, Monate an Stelle jener "sklavischen" Mahner getreten sind, welche den Höchsten ihre Grenze zeigten. Insbesondere jene Politiker, Wissenschaftler und Journalisten, die sich der (Mehrheits-)Medien-Meinung öffentlich nicht gebeugt haben, nicht die Formeln einer (USA-, GB-,)EU-Polit-Elite gesungen haben, und Sicherheiten, Umschuldungen und die Einhaltung unseres Grundgesetzes forderten. Stimmen der Vernunft im globalen Spiel-Casino und politischen Ränkespiel.
Mit besten Grüssen Hansgeorg Schuster
P.S.: Ich möchte mich entschuldigen, dass dieser Beitrag so aus der Rolle fällt. Aber manchmal platzt sogar mein recht weiter Kragen. Ich gelobe Besserung, auch was Aktualität von ("Aktuell") angeht.
Zu meiner Entschuldigung für Letzteres: Wenn man es sehr abstrakt betrachtet, bewegen sich in dieser "Krise" seit 3 Jahren nur zwei Dinge: Die Druckmaschine für immer weitere Scheine & Schein-Scheine und die Druckerpresse für immer mehr Gesetze mit immer weniger Wert. Ansonsten bewegen sich nur die Gemüter, wenn mal wieder die Gold- und Silber-"Kurse" verrückt spielen. Vornehmlich, wenn das Papier mal wieder relativ an Wert gewinnt. (In der Gegenrichtung ist es meist ruhiger.) Solange der "Kurs" an Zockermärkten ermittelt wird, wird sich daran auch nichts ändern.
Das Alles hat auch etwas Positives: Die Wahrscheinlichkeit, dass vertrauenswürdiges Geld und damit ein Stück unserer Freiheit wieder zurückkehrt, steigt mit jedem Tag.
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