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Leitzinssenkung in den USA Gestern Abend wurde durch die Federal Reserve der Leitzins gesenkt und mit einem Zielband von 0,00 bis 0,25 % festgelegt. Die Leitzinssenkung war erwartet worden, nicht jedoch die Höhe der Senkung. Die Aktienmärkte haben darauf wie erwartet mit Kurssteigerungen reagiert, der Dollar verliert gegenüber anderen Währungen - ebenfalls erwartungsgemäß - weiter drastisch an Wert.
Bundesregierung kündigt für Januar neues Konjunkturprogramm an
Ebenfalls gestern hat Bundeskanzlerin Merkel für den Anfang des kommenden Jahres ein weiteres Konjunkturprogramm angekündigt. Nachdem die Bundesregierung ihre Prognose für die Wirtschaftsentwicklung 2009 erheblich nach unten korrigiert hatte und nun von einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um bis zu 3 Prozent ausgeht, war der Druck auf die Regierung sehr groß geworden und das Wählervertrauen empfindlich gesunken.
Kommentar: Was, wenn die USA und die FED wissen, was sie tun?
Die Instrumente der Federal Reserve sind nun beinahe erschöpft. Denn neben dem Absenken des Leitzinses - ein Absinken unter Null Prozent ist wegen verheerenden Wirkung unwahrscheinlich - kaufen Notenbank und Regierung Anleihen, vergiftete Wertpapiere und notleidende Hypotheken, um neben der Geldmenge auch die Umlaufgeschwindigkeit direkt zu beeinflussen. Daneben arbeitet der Kongreß bereits an einem für Januar geplanten Konjunkturprogramm.
Sonst so geduldig, scheinen Politik und Medien zu erwarten, dass sich die Realwirtschaft am besten schon in der kommenden Woche erholt. Doch eine Volkswirtschaft wird durch die Ewartungen jedes Einzelnen bestimmt, die sich nicht verändert haben. Auch nicht so schnell verändern können. Stattdessen wird der Wert der Währung beeinträchtigt, sicherlich im Augenblick nicht unwillkommen. So erwartet und spricht auch keine Notenbank mehr von Deflation, eher von "einiger Zeit" außergewöhnlich niedriger Zinsen. Und bei der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der die USA ihre Geldschwemme vorantreiben, werden die niedrigen Preissteigerungen wohl auch bald der Vergangenheit angehören. Als letztes möchte ich - weil ich sicher bin, dass Sie als Nutzer dieses Portals das verstehen können - noch eine gewagtere These in den Raum werfen:
Was, wenn sich die USA, die FED allen voran, sich völlig im Klaren darüber darüber sind, dass ihre Währung mittelbar nicht zu retten wäre? Wäre der Versuch, für den Übergangszeitraum die eigene Realwirtschaft im internationalen Wettbewerb wieder nach vorne zu bringen, über verpflichtete Bündnispartner, über einen schwachen Dollar, nicht folgerichtig? Und was wird Europa, allen voran Exportweltmeistern wie Deutschland, wenn rund um den Globus alle Währungen abwerten? Ich freue mich auf Ihre Meinung.
Mit besten Grüßen
Hansgeorg Schuster Anmerkungen & Kommentare an: redaktion@silber-investor.de |