|
Börsen wieder im Tiefenrausch nach Arbeitsmarktdaten Die deutschen und amerikanischen Börsen verlieren drastisch, nachdem in den USA aktuelle Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden. Nach Angaben des amerikanischen Arbeitsministeriums stieg die Anzahl der Neuanträge auf 542.000 (im 4-Wochen-Durchschnitt: 506.500) und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Die New Yorker Börsen starteten daraufhin im tiefroten Bereich. Heute veröffentlichte das Ifo-Institut veröffentlichte aktuelle Daten zu ihrem Weltklima-Index. Dieser ist auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Die Abkühlung des Wirtschaftsklimas hat dabei alle Wirtschaftsräume erfaßt. Auch in Westeuropa, allen voran Spanien, Italien, Belgien und Irland erreichte das Wirtschaftsklima düstere Werte. Keine Beachtung hingegen fand die - aus unserer Sicht für die Realwirtschaft ebenfalls nicht unwesentliche Nachricht, dass die in den USA befragten Experten für die kommenden 6 Monate mit einer Besserung rechnen.
Auch in der Schweiz scheint sich die Lage im weiter verschlechtert zu haben. Die Schweizerische Nationalbank senkte heute überraschend den Leitzins um 1 %. Die letzte Leitzinssenkung in der Schweiz liegt immerhin schon 14 Tage zurück. Die Schweiz erwartet bis Jahresende eine erheblich zurückgehende Teuerung und nutzt den dadurch entstehenden Spielraum für eine geldpolitische Konjunkturspritze.
Auch der Silberpreis kam in den USA zwischenzeitlich unter die Räder. Der Goldpreis legte dafür bisher knapp 1,6 % zu.
Kommentar - Nervosität der Finanzmärkte Die Nervosität der Finanzmärkte ist augenscheinlich ungebrochen, insbesondere Finanzwerte kamen wieder unter die Räder. Die Warnung der Bank of America in dieser Woche vor einer heraufziehenden Kreditkartenkrise haben durch die schlechten Arbeitsmarktdaten sicherlich auch wieder erhebliche Ängste vor dem nächsten Kollaps im Bankensektor aufkeimen lassen. Die Aussagen des Deutschen Bankenverbandes zu einem möglichen "empfindlichen Rückschlag" in der deutschen Industrie und der starke japanische
Exportrückgang haben ihr Übrigens getan. Die eigentlich positive Nachricht einer erwarteten Besserung innerhalb eines Zeitraums von
weniger als einem Jahr, wie wir es auch erwarten, spielt an den Finanzmärkten hingegen nicht einmal die zweite Geige. So ist auch der
kräftige Abschlag des Silberpreises realwirtschaftlich in keiner Weise gerechtfertigt und kurzfristig eher Stimmungsbarometer für
die Spekulation als Gegenstand einer normalen Preisbildung zwischen Angebot und Nachfrage.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
Anmerkungen & Kommentare an: redaktion@silber-investor.de |