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Bank of England, Schwedische Zentralbank und EZB senken Leitzinsen
Heute gaben die drei Notenbanken Leitzinssenkungen bekannt, deren Ausmaß zumindest im Fall der Schwedischen Reichsbank
überrachste. Die Bank of England senkte ihren Leitzins um 100 Basispunkte auf 2,0 %. Schwedens Zentralbank senkte den Leitzins auf
ebenfalls 2 %. Allerdings ist diese Anpassung in Höhe von 175 % Basispunkten historisch. Heute Nachmittag gab dann auch die EZB eine
Leitzinssenkung bekannt. Der Leitzins wurde um 75 Basispunkte auf 2,5 % gesenkt. Während die Bank of England und die EZB weitere
Zinssenkungen als Handlungsalternative kurzfristig offen ließen, deutete die Schwedische Zentralbank an, ihren Leitzins zunächst
einmal unverändert zu lassen.
Kommentar: Konjunkturpolitik hier und im Reich der Mitte
Die Leitzinssenkungen der drei europäischen Zentralbanken sind auch aus meiner Sicht richtig, selbst wenn daraus mittelfristig
erhebliche Preissteigerungen folgen (diese Frage stellt sich selbst der EZB nicht, wie der Bundesbankpräsident letzte Woche andeutete). Die Wirkungen dieser Leitzinssenkungen werden sich kurzfristig weniger in der Kreditausweitung innerhalb
der Europäischen Union, die erheblich von den Zukunftserwartungen der Kreditgeber und Kreditnehmer abhängen. Aber neben dem
psychologischen Effekt werden die Leitzinssenkungen aus meiner Sicht an der Währungsfront Wirkung entfalten. Die
Überlebensfähigkeit nicht nur der deutschen Wirtschaft muss international gesichert werden. Kein Land kann auf Dauer von den
Ersparnissen seiner Bürger leben.
Anfang der Woche hat China, nachdem Mitte November nach der amerikanischen Präsidentenwahl im Reich der Mitte Angst vor einem neuen
US-amerikanischen Protektionismus (um die eigenen Arbeitsplätze zu schützen) aufgekommen war, an der Wechselkurs-Schraube gedreht.
Am Montag gab der Yuan im Verhältnis zum US-Dollar 0,72 % nach. Wie die Chinesische Regierung gestern bekannt gab, wird sie alles tun,
um die eigene Wirtschaft und damit auch den Export zu schützen. Das Rennen um internationale Wettbewerbsfähigkeit ist in vollem
Gange. Und aus meiner Sicht ist es noch immer wichtiger, die deutsche Wirtschaft dabei zu unterstützen, als Einkaufsgutscheine zu versenden, welche Erwartungen nicht nachhaltig beeinflussen können.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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