| EZB und BoE lassen Leitzins unverändert, EZB schränkt Kreditvergaben Banken ein
EZB und BoE lassen Leitzins unverändert, EZB schränkt Kreditvergaben Banken ein
Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins ebenso wie die Bank of England nicht verändert. Zugleich aber schränkte
die EZB die Kreditvergabe an Banken ein, indem sie verschärfte Richtlinien für die Hinterlegung bei Sicherheit in Form von
Wertpapieren einführte. So führt die EZB Abschläge bei der Bewertung ein, die von 5 % bis zu 20 % reichen, je nach Laufzeit
und Qualität der eingereichten Wertpapiere. Zudem nimmt die EZB nur noch Wertpapiere als Sicherheit an, die nicht durch die einreichende Bank mittels
Wä:hrungsabsicherungsgeschäfte oder Liquiditätstlinien gestützt werden. Die eingereichten Wertpapiere müssen
ausserdem über ein Rating verfügen, dessen Methodik veröffentlicht wurde und alle 3 Monate überprüft wird.
EZB streitet intern über die richtige Zinspolitik? In der letzten Woche traten auch Informationen aus den Kreisen des EZB-Rates an die Öffentlichkeit, die vielleicht ein Zeichen
für einen Richtungsstreit sein könnten. Während Jürgen Stark in den Medien zu beobachtende "inflatorische Zweitrundeneffekte auf
breiter Basis" ässerte und der Bundesbankpräsident den aktuellen Zins als eher zu niedrig einschätzte, kommunizierte Jean
Claude Trichet, dass es aus Sicht der EZB keinen Änderungsbedarf gäbe. Zudem änderte die EZB ihre Prognosen für das
Jahr 2009. Die Zentralbank erwartet heute für das kommende Jahr eine Inflationsrate von 2,9 % und eine Wachstumsrate von 1,2 %.
Ob zumindest kurzfristig geschlossen werden kann, dass die EZB die konjunkturellen Risiken für die Euro-Zone stärker gewichtet
als die negativen Auswirkungen der sich beschleunigenden Inflation, bleibt eine Frage, die auch nach den letzten Aussagen nicht von der
Hand zu weisen ist.
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