| EZB und BoE lassen Leitzinsen unverändert - trotz hoher Inflationsrisiken +++ Morgan Stanley prognostiziert weitergehenden Bärenmarkt +++ Zahlen Dresdner Bank und Royal Bank of Scotland
Die EZB und die Bank of England lassen Leitzinsen unverändert
In ihren am Donnerstag kommunizierten Entscheidungen tragen die Notenbanken damit den schnell schwächer werdenden Konjunkturen Rechnung. Zugleich machte vor allem die europäische Zentralbank klar, dass mittelfristig die Inflation nicht nur auf dem jetzigen hohen Niveau verharren, sondern vor allem auch noch zunehmen kann. Hierzu trage vor allem das immer noch starke Geldmengenwachstum in der Euro-Zone bei. Im Spannungsfeld zwischen Geldentwertung und Rezession haben sich beide Zentralbanken, nicht zuletzt auch wegen der Finanzkrise und der Entwicklung in den USA dazu entschieden, abzuwarten. Die Märkte reagierten auf diese Nachrichten sehr unterschiedlich. Am Devisenmarkt fiel der Euro stark, während die Aktienmärkte zulegen konnten. In einigen Medien war am Wochenende von der zunehmenden Stärke des US-Dollar zu lesen, aber, wahrscheinlicher ist die Reaktion der beiden Währungen nicht auf eine Stärke des Dollars als vielmehr auf die Schwäche der europäischen Wirtschaft zurückzuführen. In diesem Zusammenhang darf auch die Aussage des Banken-Präsidents Klaus Peter Müller Beachtung finden, der davor warnte, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden sei und noch sechs bis zwölf Monate andauern dürfte.
Morgan Stanley prognostiziert weitergehende Korrektur an den Aktienmärkten Die Investmentbank Morgan Stanley warnte letzte Woche vor weiteren Rückgängen an den internationalen Aktienmärkten. Zwar hätten sich die Märkte seit Mitte Juli um 5 % erholt, dies sei jedoch nicht das Ende des Bärenmarktes, der sich voraussichtlich noch bis zum Jahresende fortsetzen werde. Insbesondere erwartete das Institut noch eine lange Phase sinkender Unternehmensgewinne und Eigenkapitalerhöhungen. Morgan Stanley rä:t den Investoren, das Portfolio nach wie vor defensiv auszurichten.
Dresdner Bank leidet unter der Finanzkrise Wie der Mutterkonzern Allianz berichtete, erzielte die Dresdner Bank im zweiten Quartal als Folge der Subprime-Krise einen Verlust vin 560 Millionen Euro. Damit weitete sich der Verlust in 2008 auf 1,03 Milliarden Euro aus, während des Institut im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn in Höhe von 1,05 Milliarden Euro ausweisen konnte. Entsprechend wurde auf eine Prognose für das zweite Halbjahr 2008 verzichtet.
Royal Bank of Scotland meldet ersten Verlust seit 40 Jahren Die Royal Bank of Scotland gab in der vergangenen Woche aufgrund sehr hoher Abschreibungen (5,9 Mrd. Pfund) erstmals einen Verlust bekannt. Der erzielte Vorsteuerverlust für das erste Halbjahr 2008 belief sich auf 491 Millionen Pfund. Im ersten Halbjahr 2007 hatte die Bank noch einen Vorsteuergewinn in Höhe von 5,1 Milliarden Pfund präsentieren können. Der Kurs des Unternehmens zog in Folge der Nachricht um 3 % an, nachdem die Aktie der Royal Bank of Scotland seit Beginn der Subprime-Krise 70 % ihres Wertes eingebüßt hatte.
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