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Liebe Silber-Investoren, den Titel dieses Kommentars hat erstens ein Zitat von Jean Claude Trichet geliefert, das ich gestern gelesen habe und zweitens die Beschäftigung mit der offiziellen Arbeitslosenrate der USA. Mit dem nachfolgenden Link gelangen Sie auf eine Informationsseite des entsprechenden Ministeriums, auf dem verschiedene Konzepte zur Messung der Arbeitslosigkeit tabellarisch dargestellt werden.
Table A-12. Alternative measures of labor underutilization
Zusammen ergibt sich daraus dann ein Hinweis auf ein schon jetzt drückendes Problem, das sich sogar in der Kontraktion der Realwirtschaft bemerkbar macht. Die "scheinbar" einfach mögliche Finanzierung bestehender und neuer staatlicher Schulden, der Kredit bei den Investoren für neue Kredite.
Die Vorstellung, nicht zuletzt die Hoffnung, die USA werden diese beinahe fast vorbei Rezession (/ Depression / Finanz- und Wirtschaftskrise), schneller und im Vergleich zu Europa wettbewerbsfähiger hinter sich lassen, wird aus meiner Sicht schon deswegen in Frage gestellt, weil sich das Land bereits jetzt mit einer hohen Sockelarbeitslosigkeit auseinandersetzen muss, die in den kommenden Monaten noch zunimmt. Zudem ist die Erhebung die Kennziffer der "ofiziellen" Arbeitslosenrate nach deutschen Gepflogenheiten wohl kaum möglich.
Aus meiner Sicht ist es eigentlich nicht angebracht, diese "offizielle" US-Arbeitslosenrate als Orientierungspunkt zu verwenden. Allein schon die Zahl der "Snappys" in Höhe von mittlerweile 35 Millionen bedauernswerten Menschen, die auf knapp 113 US-Dollar / Woche in Form von Bezugsscheinen für Lebensmittel angewiesen sind, um überleben zu können, zeichnet eher das Bild einer bebürftigen Nation, denn das eines Wachstumsmotors für die Weltwirtschaft.
In dieses Bild fügen sich Ihre nachhaltigen Investments in Silber und Edelmetallen, das Verhalten der Chinesischen Führung, die ihren Bürgern den Kauf von Silberbarren gestattet, ihre Dollar-Reserven abbaut, Unternehmensbeteiligungen und Rohstoffe einkauft; der Südafrikanischen Regierung, die ihren Bürgern den Kauf von Goldbarren gestattete; die weitere Verkleinerung des Verkaufskorridors von Goldreserven der europäischen Notenbanken (inklusive der Entgiftung der Verkaufsdrohung durch den IWF), das Angebot des US-Schatzamtes eine Inflationsanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren herauszubringen, selbst die zunehmende Nervosität an der Wallstreet, deren Zeuge wir in den vergangenen Tagen geworden sind. Die "Erholungsfähigkeit" und damit Entschuldungsfähigkeit der USA wird erheblich angezweifelt, zumeist hinter verborgener Hand und immer öfter öffentlich.
Aus meiner Sicht haben sich die Strategien der beiden Wirtschaftskerne nicht verändert und wirken sich immer stärker in der globalen Finanzwirtschaft aus. Um es ganz pauschal auszudrücken, liegt die westliche Strategie bei der Sicherung von Liquidität, die östliche bei der Sicherung von Vermögen. Die letzte Nachricht über die Rückführung der, im Volumen eher geringen, Goldreserven der Hong Kong Monetary Authority dient den wesentlichen Kernelementen einer östlichen Strategien: Emanzipation von unzuverlässigen Handelsplätzen in der westlichen Hemisphäre bei gleichzeitigem Machtgewinn durch den Aufbau vertrauenswürdiger und näherer Handelsmöglichkeiten; weitere Schädigung des Vertrauens durch die Herbeiführung von "Gesichtsverlust", den der Abzug von Gold aus dem Amerika-freundlichen (?) London bedeutet. Das, was mir aktuell am meisten Sorge bereitet, ist die zunehmende Geschwindigkeit.
Damit habe ich auch der Bogen zum Thema "Finanzierbarkeit" gefunden:
"Unser Regelwerk erlaubt es, die kurzfristigen Zinsen zu ändern, auch wenn wir unsere unkonventionellen Maßnahmen weiter laufen lassen, falls dies nötig ist."
Aus meiner Sicht, und ich bin mir sicher, dass das nicht nur für Volkswirte ein streitbarer Standpunkt ist, gibt es keine Notenbank mehr, die Anleihen oder verbriefte Wertpapiere gleich welcher Form kauft, um Liquidität in den Markt zu geben. Das Fed, die BoE, die BoJ und auch die Europäischen Notenbanken werden versucht sein, die Aufkaufprogramme weiter laufen zu lassen. Und immer wird die schwache wirtschaftliche Entwicklung Begründung liefern. Finanzierbarkeit ist jenseits des Atlantik bereits ein Problem und auch diesseits wird es eines werden. Also geht die Inflation (bitte nicht mit Preissteigerungen verwechseln) weiter. Und auch die Versuche, Börsenkurse wie Spotpreise in die gewünschte Richtung zu beeinflussen werden weiter gehen, solange die Preise verwendet werden. Probleme lassen sich damit allerdings nicht lösen, sondern nur kaschieren. Lassen Sie sich also nicht verführen. Es ist noch nicht vorbei.
Mit besten Grüßen Hansgeorg Schuster
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