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Liebe Silber-Investoren,
mit einem guten Rutsch und einem wundervollen Start ins neue Jahr wünsche ich Ihnen schon jetzt weiterhin anziehende Preise
für Silber und Gold. Doch, und vielleicht stehe ich damit allein da, ich wünsche Ihnen und mir vor allem gemählich anziehende Preise. Wie dieser Monat
gezeigt hat, sind zu schnell anziehende Gold- und Silberpreise eine Bedrohung für das bestehende Finanzierungssystem führender Staaten und auch eine
Gefahr für strategische Pläne von Staaten auf dem Weg zu führenden Positionen. Machen Sie sich auf eine kraftraubend spannende Zeit gefaßt, die
nicht nur durch die zunehmenden Haushaltsdefizite, schwaches Wachstum, durch zunehmende Arbeitslosenzahlen und abnehmenden privaten Konsum geprägt sein wird,
sondern auch durch häufige mediale Angriffswellen gegen Gold und Silber.
Die Sollbruchstelle ist die Finanzierung der USA geworden. Die Aussagen
Chinas zur Gefahr einer Goldblase, Geldmengen-Placebos führender Notenbanken, Aussagen zur Wertillusion von Gold, verbale Attacken führender
Volkswirte, wenig fundierte Berichterstattungen oder irreführende Studien passen ebenso in das Bild der Situation wie das aus meiner Sicht im besten Fall
interessante Öl-Hedging-Geschäft Mexikos.
Die größten Auswirkungen aber hatten drei Rating-Agenturen, die auf hervorragende Weise -
dahingestellt ob absichtlich oder unabsichtlich - das weltweite Augenmerk auf Griechenland und Spanien gelenkt haben. Beinahe unbemerkt hat die US-Amerikanische
Legislative in der vergangenen Woche die Verschuldungsgrenze kassiert, um den beinahe kleinlichen Betrag von 290 Mrd US-Dollar. Wohlwissend aus meiner
Sicht, daß diese Erhöhung nicht weit in das kommende Jahr hineinreicht. Während andere Staaten und Staatengemeinschaften sich bereits Gedanken
darüber machen, wie die enormen Schulden eingedämmt oder abgebaut werden können, werden in den USA einfach Programme verlängert, neu
aufgelegt und auch einfach Finanzierungsbeschlüsse ins kommende Jahr verschoben, obwohl Ausgaben bereits geplant und verkündet wurden. Ich bin mir
nicht im klaren darüber, warum ein Staat wie die USA es verdient hat, in der gleichen Rating-Kategorie zu spielen wie unser Land, denn die USA haben
nachweislich keine Hemmungen, die Rückzahlung von Langläufern wie Weltkriegsanleihen auch mal zu ignorieren, noch kann ich einen Ansatz von
Haushaltsdisziplin erkennen, noch den Ansatz einer von staatlichen Ausgaben unabhängigen wirtschaftlichen Erholung, wohl aber das Bestreben, die Kosten der
volkswirtschaftlichen Restrukturierung langsam ins Ausland zu exportieren.
Vor etwas mehr als einem Jahr war ein Betrag von 100 Milliarden eine Sensation,
eine Geld-Flut. Heute ist er kaum der Rede wert, bei einigen sogar der erste Schritt zur Verringerung der Geldschwemme. Und der Prozeß, bei mir heißt er
mittlerweile "Numbercruncher", frißt sich weiter. Und für den Augenblick weiß ich nicht, was mir mehr Sorgen bereiten soll: die als erste ihrer Art
an die Kette gelegte Bank of Japan, europäische Diskussionen zur Verwendung der Kerninflationsrate als Maßstab für Inflation, die akzeptierte Unterscheidung zwischen Defiziten und
strukturellen Defiziten, den Wunsch amerikanischer Politiker, wieder Kriegsanleihen aufzulegen, oder die Programmänderung der SNB, die es nun auch
Versicherungen ermöglicht, sich gegen entsprechende Sicherheiten bei der Schweizerischen Nationalbank zu refinanzieren.
Ich kann der Chinesischen
Philosophie zur Zeit zumindest in einem Punkt am meisten abgewinnen: Die Regierung hat ihren Bürgern wenigstens dazu geraten Gold und Silber zu kaufen. Aus
meiner Sicht ehrlich und sehr weise.
Ich wünsche Ihnen ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest.
Mit besten Grüßen
Hansgeorg Schuster
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