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Silber-Investor Nachrichten - Details
>> 20.10.2008 |UBS-Rettung ++ Finanzmarktstabilisierungsgesetz ++ Wachstum 2009 ++ US-Produktion ++ US-Banken schreiben weiter ab ++ Konjunkturprogramm in Japan


UBS-Rettung - Konsequenz der Subprime-Finanzkrise
Die Schweizer Regierung hat mit Hilfe der Notenbank die in Bedrängnis geratene UBS aufgefangen. Zu diesem Zweck erhielt die schweizerische Großbank eine direkte staatliche Hilfe in Höhe von 6 Milliarden Euro. Zugleich übernimmt die schweizerische Notenbank den Großteil der giftigen Wertpapiere der UBS in eine Auffanggesellschaft im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar, um die Bilanz des Kreditinstitutes zu bereinigen und notwendige Liquidität zur Verfügung zu stellen. Finanziert wird die Transaktion über ein Darlehen der Notenbank in Höhe von 54 Milliarden Dollar und eine Zwangswandelanleihe der Regierung über den Rest. Die Credit Suisse hingegen führte auf Drängen der Regierung eine private Kapitalerhöhung durch. Die Schweizer Regierung hat im Gegensatz zu vielen anderen Regierungen keine Garantien für den Interbankenhandel gegeben, behält sich aber zumindest die Option darauf für Notfälle vor. Im Herbst plant die Schweiz über diese Maßnahmen hinaus eine Erhöhung der Einlagensicherung.

Finanzmarktstabilisierungsgesetz in Kraft
Am Samstag ist das Finanzmarktstabilisierungsgesetz nach der Unterschrift von Bundespräsident Horst Köhler in Kraft getreten. Damit ist der bürokratische Weg zur Finanzhilfe deutscher Banken geebnet. Das bewilligte Budget soll über einen Finanzmarktstabilisierungsfonds verwaltet werden, der durch einen Lenkungsausschuß bestehend aus Mitarbeitern des Finanz-, des Wirtschafts- und des Justizministeriums unter Aufsicht des Finanzministeriums gesteuert werden soll. Schon jetzt aber mehren sich in Regieungskreisen die Zweifel an der Durchsetzbarkeit der Begrenzung von Managergehältern.

Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2009
Die Bundesregierung hat nun ebenfalls ihre Wachstumsprognose gesenkt. Aktuell geht sie davon aus, dass 2009 das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 % wachsen wird und die Arbeitlosenzahl auf 3,3 Millionen ansteigen wird. Folgerichtig warben Politiker am Wochenende dann auch für Konjunktur-fördende Maßnahmen, Steuer- und Abgabensenkungen. Der Bundesverband der Industrie warnte die Regierung einerseits vor der Aufgabe des Zieles der Haushaltskonsolidierung, forderte zugleich aber mehr Investitionen. Aufgrund schlechter Erwartungen in der Wirtschaft sind Unternehmen bereits dabei ihre Investitionspläne anzupassen. In der jüngsten Umfrage des Industrie- und Handelskammertages hatten von 25.000 befragten Unternehmen 27 % die Erwartung, dass sich ihre Geschäftslage in Zukunft verschlechtern würde.

US-Industrieproduktion sinkt erheblich
Die US-amerikanische Industrieproduktion ist im September so stark wie seit 1974 nicht mehr gesunken. Die Produktion sank im Vergleich zum Vormonat um 2,8 %, nachdem bereits im August ein Produktionsrückgang in Höhe von einem Prozent verzeichnet wurde. Hochgerechnet auf ein Kalenderjahr schrumpfte die US-amerikanische Industrieproduktion damit im dritten Quartal um 6 %.

Japan schiebt Konjunkturprogramm an
Das japanische Oberhaus hat am Donnerstag vergangener Woche einen Nachtragshaushalt in Höhe von umgerechnet 13 Milliarden Euro zu Konjunkturbelebung bewilligt. Das Pekt soll Landwirtschaft, Fischerei wie auch kleinere Unternehmen und Verbraucher stützen. Der Betrag ist Teil eines insgesamt rund 86 Milliarden umfassenden Paketes, das die japanische Regierung bereits im August geplant hat. Zudem bekundete die japanische Regierung, zu weiteren Ma&szliug;nahmen zur Stützung der Wirtschaft bereit zu sein.
Begleitend hat die japanische Finanzaufsicht eine Pruuml;fung der geltenden Bilanzierungsrichtlinien angeordnet. Auch in Japan müssen Wertpapiere zum Stichtag noch mit dem Marktwert angesetzt werden. Der Dachverband der Buchpüfer soll bis Jahresende einen Entwurf für die Novellierung der Bilanzierungsregeln vorlegen.

US-Banken schreiben weiter rote Zahlen und noch mehr Kredite ab
Negative Ergebnisse wurden auch in der vergangenen Woche von amerikanischen Grßbanken gemeldet. Die Citigroup verbuchte auch im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Abschreibungen des Finanzinstitutes beliefen sich auf über 13 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Abschreibungen aus gefährdeten und notleidenden Krediten, die nicht Teil der Subprime-Krise, aber Folge dieser sind, mittlerweile höher ausfallen, als die Altlasten aus der Subprime-Krise.
Am Mittwoch hatte bereits JP Morgan und Wells Fargo eine Verdopplung der Abschreibungen auf notleidend gewordene Kredite bekannt gegeben.
Auch Merril Lynch rutschte im dritten Quartal weiter in die roten Zahlen und meldete einen Verlust von über 5 Milliarden US-Dollar. Auch hier sind Abschreibungen für Folgeschäden aus der Kreditkrise im Wert von 9,5 Milliarden eine wesentliche Ursache. Im Laufe der Kreditkrise haben sich bei Citigroup die Abschreibungen auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar summiert, Merril Lynch hatte Abschreibungen und Verluste von mehr als 50 Milliarden US-Dollar angehäuft.

Ungarische Notenbank erhält Milliardenkredit von der EZB
Die Turbulenzen an den ungarischen Finanzmärkten haben die ungarischen Finanzmärkte und die ungarische Währung in Bedrängnis gebracht. Zeitweise brach im Rahmen der Krise in Ungarn sogar der Handel mit Staatsanleihen komplett zusammen. Um den dortigen Markt mit notwendigem Geld zu versorgen, gewährt die EZB der ungarischen Notenbank eine Kredit in Höhe von bis zu 5 Milliarden Euro.

Schlechte Nachrichten aus Groß Britannien
In Groß Britannien verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation rapide. Das Land hat sowohl eine schnell steigende Arbeitslosigkeit zu verkraften, die in drei Monaten bis August um 0,5 % auf 5,7 % zugenommen hat, als auch jetzt steigende Preise. Im September schnellte die Teuerungsrate von 4,7 % auf 5,2 % nach oben, die höchste Preissteigerung seit der Rezession 1991. Zugleich brachen auf dem britischen Immobilienmarkt die Häuserpreise weiter ein. Im September betrug der Wertverfall 13,4 %. Marktbeobachter sehen hierin aber noch immer einen Abbau der Übertreibungen aus der Vergangenheit.

Aber auch in den USA und in Russland sinkt die Immobiliensektoren weiterhin Problemfälle. Die negative Entwicklung am amerikanischen Häusermarkt wird nach Ansicht von Experten weiter zu fallenden Häuserpreisen und einer weiter starken Zunahme von Zwangsversteigerungen führen. Bis Jahresende werden in den USA 1 Million Zwangsversteigerungen erwartet. Die Regierung will über die verstaatlichten Finanzierer Freddie Mac und Fannie Mae den Markt und vor allem die Eigenheim-Besitzer unterstützen. Bei mittlerweile 16 % der Hauseigentüber liegt der Wert der Immobilie unterhalb der Hypothekenschuld.

Auch in Russland muß die Regierung immer weiter in die Tasche greifen, um den Markt zu stabilisieren. Hier erwägt die Regierung den Kauf von Wohnungen im Wert von 3,8 Milliarden Dollar, welche die bisher in den Markt gepumpten 2,3 Milliarden Dollar ergänzen. Auch die Stadt Moskau gibt zu Stabilisierung des Marktes reichlich. Der Bürgermeister verkündete die Absicht, für 2 Milliarden Dollar Appartements für das städtische Sozialprogramm kaufen zu wollen, nachdem in den städtischen Haushalt bereits 4 Milliarden Dollar für den Bau kommunaler Wohnungen eingestellt worden waren.

Berichte über das Versagen der Finanzaufsicht bei der Hypo Real Estate
Letzte Woche wurde durch den Chef der Finanzaufsicht im Rahmen einer Anhörung vor dem Haushalts- und Finanzausschuß zum Rettungspaket bekannt gegeben, dass die BaFin bereits im Februar eine Sonderpüfung bei der Hypo Real Estate und ihrer irischen Tochter Depfa gestartet habe, mit der die Bundesbank betraut wurde. Der Abschlußbericht wurde dem Management der Hypo Real Estate im Juli und der Bundesregierung Anfang August übermittelt, weit vor der "Rettungsaktion" der Hypo Real Estate waren der Finanzaufsicht, der Bundesregierung und dem Bundesfinanzministerium die Situation der Bank und ihrer Tochter also "klar".

Ein Kommentar: Ehrliche Rettung und Big Spender
Die Schweiz hat nun auch ihr Rettungspaket zur Finanzkrise. Die angschlagene UBS wurde mit Staatshilfe reichlich Liquidität verschafft. Doch hier hat die Schweiz einen ehrlicheren Weg eingeschlagen. Wenn Staatshilfe, dann mit Geld und Bilanzbereinigung, aber ohne weitere Maßnahmen wie Anpassung von Bilanzierungsregeln, staatlicher Unternehmenslenkung, Gehaltskürzungen und Lockerungen beim Insolvenzrecht. Und wenn es ohne Staatshilfe geht, dann eben bitte auch ohne. Die Schweiz scheint zu Recht keine Interesse an einer Verstaatlichung der Unternehmen zu haben. Anders hingegen reagieren viele andere Regierungen, oft genug auf Druck der Öffentlichkeit. In Deutschland wird eine neue bürokratische Institution aufgebaut, die erheblichen Aufwand und erheblichen Einfluß erzeugen wird, gleichzeitig werden Bilanzierungsregeln und Insolvenzrecht aufgeweicht. Zudem wurde ein Gesetz verabschiedet, das in Teilen rechtlich nicht einmal durchsetzbar scheint. Unbürokratisch, effizient und damit ökonomisch sieht anders aus, ist aber sicherlich weder politisch noch medial so attraktiv. Und mir stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum der Staat es an dieser Stelle besser machen sollte als die Unternehmen, warum die Finanzaufsicht, die offensichtlich bereits mit einem Institut überfordert war, einen ganzen und hochkomplexen Sektor überwachen und steuern kann. Immerhin verabschieden unsere politische Organe Gesetze, bei denen Zweifel zwar gehegt, aber nicht benutzt werden.
Geld geben ist da meiner Ansicht nach die bessere Alternative, vertraglich einwandfrei, unbürokratisch und vor allem transparent. Denn die viel geforderte Transparenz wird durch aufgeweichte Bilanzierungsregeln, wie sie jetzt in Deutschland, den USA und auch in Japan geplant werden, nicht geschaffen. Andererseits, kurzfristig ist der Gedankengang beinahe nachvollziehbar: Warum jetzt Risiken kaufen, wenn diese durch eine andere Bewertung verschwunden sind. Nur sind die Risiken dann auch verschwunden?

Big Spender - Konjunkturprogramme
Die Staaten geben es und später nehmen sie es. Immer mehr Industrienationen pumpen Milliarden in ihre Wirtschaften zur Unterstützung einzelner Sektoren, Preisstabilisierung oder auch zum Schaffen neuer Nachfrage. Dafür werden Haushaltsziele aufgegeben, die Verschuldungsgrenzen hochgesetzt und das Prinzip Hoffnung propagiert. Die Währungen und damit folglich viele Werte bleiben auf der Strecke. Island war in den vergangenen Tagen ein ebenso gutes Beispiel wie Ungarn, in dem Staatsanleihen zeitweilig plötzlich unverkäuflich waren.
Aber was zumindest kurzfristig geschaffen wird, ist Liquidität, und die muss irgendwohin. Nicht in das Risiko Unternehmen, nein am besten anlegen, sicher mit hohen Zinsen. Das, was private Verbraucher tun, machen auch die Banken, mit noch unabsehbaren Schäden für die globale Wirtschaft. Und selbst wenn Verbraucher und Unternehmen jetzt das Licht sinkender Preise spüren, wird die explodierende Geldmenge bald, so wie bereits in Ansätzen in Groß Britannien, die Preise auch wieder steigen lassen, möglicherweise in einem Maße, dass diese Generation in den Industrieländern noch nicht kennt. Denn die Staaten müssen weiter machen mit Geld ausgeben, denn die hohen Transferzahlungen verhindern die notwendigen Anpassungen.

Abschließen möchte ich diese kurzen Ausführungen mit zwei Zitaten, humorvolle Denkanstösse für mich in den vergangenen Tagen:
"If we all join hands together und buy a new SUV, everything will be OK."
"Wenn wir uns alle die Hände reichen und einen neuen Luxus-Geländewagen kaufen, wird alles gut."
R. McTeer, President Dallas Federal Reserve Bank, 2001

"Gehen Sie behutsam mit Ihrem Investment um" (UBS, Print-Anzeige, Oktober 2008)


Mit besten Grüssen
Hansgeorg Schuster


Anmerkungen & Kommentare an: redaktion@silber-investor.de

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>> 1 oz Wiener Philharmoniker28,90 €
>> 1 oz Silver Eagle29,45 €
>> 1 oz Maple Leaf29,73 €
>> 1 oz Koala34,33 €
>> 1 oz Kookaburra36,85 €
>> 1 oz Britannia33,75 €
>> 1 oz Libertad28,70 €
>> 1 oz Panda35,17 €
>> 1 oz Lunar II Tiger47,00 €
>> 2 oz Libertadn. erh.
>> 5 oz Libertad172,98 €
>> 10 oz Kookaburra297,51 €
>> 10 oz Koala360,99 €
>> 10 oz Lunar II Tiger379,90 €
>> Cook Islands Münzbarren946,95 €
>> 1 kg Koala940,00 €
>> 1 kg Kookaburra1.095,00 €
>> 1 kg Libertad1.028,33 €
>> 1 kg Lunar II Tiger1.058,60 €
>> 1 kg Silberbarren Heraeus1.015,00 €