| Die EZB hat wie erwartet ihren Leitzins gesenkt. Mit 0,50 % Prozent auf 3,25 % ist die Senkung auch erwartet deutlich ausgefallen.
Zugleich betonte die Notenbank, dass sie zu weiteren Zinsschritten bereit sei. Überraschend stark hat auch die Bank of England ihren Leitzins gesenkt, von 4,50 % auf 3,00 %. Die Schweizer Nationalbank senkte den Leitzins um 0,50 % auf 2 % ab.
Neben den Nachrichten über die Leitzinssenkungen machte auch der Internationale Währungsfonds mit seiner korrigierten Prognose für das kommende Jahr Schlagzeilen. Der IWF erwartet für das kommende Jahr eine durchschnittliche Schrumpfung der Wirtschaft um 0,8 % in den Industrieländern. Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt sich nach Ansicht des Fonds von 3,7 % in diesem Jahr auf 2,2 % im kommenden. Zugleich forderte der Fonds eine Politik der Wachstumsstimulierung und die Nutzung von Zinssenkungsspielränen.
In Deutschland wurde für den Monat September ein Rückgang der Auftragseingänge um insgesamt 8 % gemeldet, zugleich betonten nach Medienberichten der DIHK und der VDMA (Verband Deutscher Anlagen- und Maschinenbauer), dass dieser Wert auch eine im September vorherrschende katastrophale Nachrichtenlage bedingt sei. Der DIHK hält noch an seiner Prognose von einem halben Prozent Wachstum für 2009 fest, während der VDMA für 2009 Stagnation erwartet.
Geldmarkt funktioniert nicht
Zugleich ist in führenden Medien heute zu lesen, dass der Interbankenmarkt noch immer nicht funktioniert. Trotz der umfangreichen Bemühungen der Notenbanken und der Liquidität, welche zur Verfügung gestellt wird, wird die Kreditvergabe der Banken untereinander noch immer rationiert. In einem immer stärkeren Ausmaß - auch das deutsche Konjunkturpaket und die letzten Rettungsaktionen in Österreich sind hierfür Beleg - wird die von der Realwirtschaft benötigte Liquidität von den Staaten zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wächst der bei Notenbanken zu geringeren Zinsen sicher angelegte Geldbetrag. Nach Expertenansicht war auch die Fed noch nicht in der Lage, diese Situation ausreichend zu entspannen. Zusätzlich belasten hohe Mittelabflüsse von Kundengeldern. Die UBS beispielsweise hat nach eigenen Berichten mehr als 80 Mrd. Franken Vermögensverluste zu verzeichnen. Daher ist auch für die kommende Zeit zu erwarten, dass die Lage der Banken angespannt bleibt, verbunden mit einer bleibenden Unterversorgung der Realwirtschaft mit bereits vorhandener Liquidität und einer weiteren Zuführung von Liquidität in großem Umfang durch die öffentlichen Hände.
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