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Buch-Informationen: Der Grosse Crash 1929

"Ursachen, Verlauf, Folgen"
"Zum Crash am Aktienmarkt kam es also nicht - wie manche vielleicht angenommen haben -, weil man sich plötzlich der Tatsache bewußt war, dass eine ernst zu nehmende Depression unmittelbar bevorstand. Eine Depression, ganz gleich, ob ernst oder weniger ernst, kann noch gar nicht in dem Augenblick vorhergesagt werden, in dem der Aktienmarkt zusammenbricht. Es hätte ja durchaus sein können, dass der Rückgang des Produktionsindex die Spekulanten alarmiert und veranlasst hätte, ihre Aktien abzustoßen. Es wurde eine Blase angestochen, die über kurz oder lang ohnehin geplatzt wäre."

Es ist schwierig, ein derart umfassendes und detailreiches Werk adäquat vorzustellen. Dem Autor ist eine sehr anschauliche Beschreibung der Vorgänge von 1928 und 1929 (auch in der Zeit danach) gelungen, die sich amüsant kritisch mit der Wall Street, Politikern wie Notenbankern aber auch dem Fußvolk an den Börsen in der damaligen Zeit auseinandersetzt. Wer sich mit dem Buch auseinandersetzt, wird viele Parallelen entdecken, die sich bei den Ursachen, bei Wissenschaft und Politik und bei den Folgen der damaligen Krise heute zeigen.

Damals, und wie auch 1987, gab es neben billigem Geld, das in die Spekulation gelenkt wurde, Gemeinsamkeiten, auf die man genauer schauen sollte,
- ausgeprägtes Leveraging, verbunden mit Finanzinnovationen,
- Transformation von massiver Verschuldung in Wertpapiere,
- unerschütterlicher Optimismus am Ende einer Wohlstandsperiode,
- Trennung der Finanzmärkte von den Situationen der realen Wirtschaft,
- auftretende Geldknappheit nach dem Zusammenbruch,
- labiler Bankensektor usw. Die Liste ließe sich sicherlich noch fortsetzen. Aus Sich dieser Redaktion finden sich daneben noch drei interessante Aspekte: Die Zinssätze, welche Spekulanten auf dem Markt für Tagesgeld zu zahlen bereit waren, lagen erheblich über 10 %. Zugleich gab es bereits im Jahr 1928 und im Jahr 1929 erhebliche Vorbeben zum Black Thursday am 24. Oktober 1929, deren Kursrückgänge sich mit 2008 messen können. Den letzten Punkt, den sich jeder Anleger auch für die aktuelle Zeit ans Herz legen sollte, untermauert dieses Zitat:

"Von Januar bis März 1930 erholte sich die Börse wieder ein wenig. Im Juni kam dann erneut ein großer Einbruch. Danach fiel der Markt stetig Monat für Monat und Jahr für Jahr, mit winzigen Ausnahmen, bis zum Juni 1932. Als er endlich zum Stillstand kam, hatte er den schlechtesten Stand während der schwarzen Tage im Oktober/November weit hinter sich gelassen."

Fazit:
Das Buch ist mehr als lesenswert und bietet, zusammen mit den beiden Voworten der neuen Auflage von Galbraith und Max Otte wertvolle Informationen zu Finanzmärkten, ihren Akteuren und Regulierern. Dabei ist dieses Buch durch die vielen Anekdoten aus der damaligen Zeit zudem auch amüsant genug, um über den Wahnsinn der damaligen Zeit schmuzeln zu können.

Neben diesem Buch finden Sie in Der Crash kommt von Max Otte und Das Greenspan Dossier von Roland Leuschel und Claus Vogt ebenfalls sehr gute Ausführungen zu den volkswirtschaftlichen Ursachen der aktuellen Weltwirtschaftskrise.

Der Grosse Crash 1929
Preis: 14,90 €
Verlag: FinanzBuch Verlag 2009
ISBN: 978-3-89879-455-8
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